Die Sonne liefert unerschöpfliche Energie – doch wie wird sie in nutzbaren Strom umgewandelt? Photovoltaikanlagen machen es möglich, Sonnenlicht in elektrische Energie zu verwandeln. Doch dieser Prozess ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, wie Solarstrom entsteht, genutzt und ins Stromnetz eingespeist wird.
Alles beginnt mit der Sonne. Sie strahlt täglich eine enorme Menge Energie auf die Erde, die mit Photovoltaikanlagen nutzbar gemacht werden kann. Die Intensität der Sonnenstrahlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Tageszeit, das Wetter, die Jahreszeit und der geografische Standort.
Photovoltaikanlagen nutzen die sogenannte photovoltaische Wirkung, um Lichtenergie in elektrische Energie umzuwandeln. Hierbei spielen die Solarmodule die entscheidende Rolle.
Die Solarmodule sind das Herzstück einer Photovoltaikanlage. Sie bestehen aus vielen Solarzellen, die meist aus Silizium gefertigt sind. Trifft Sonnenlicht auf diese Zellen, setzen sich Elektronen in Bewegung – es entsteht Gleichstrom (DC).
Moderne Module erreichen dabei einen Wirkungsgrad von etwa 18 % bis 22 %, wobei Hochleistungsmodule noch höhere Erträge erzielen können. Die Menge des erzeugten Stroms hängt unter anderem von der Modulqualität, der Ausrichtung und möglichen Verschattungen ab.
Da Haushalte und das öffentliche Stromnetz mit Wechselstrom (AC) arbeiten, muss der erzeugte Gleichstrom erst umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Wechselrichter. Er wandelt den Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom um und optimiert gleichzeitig den Energieertrag der Solarmodule.
Moderne Wechselrichter haben Wirkungsgrade von über 95 %, was bedeutet, dass nur ein geringer Teil der Energie bei der Umwandlung verloren geht. Zudem übernehmen einige Wechselrichter eine intelligente Steuerung, die den Eigenverbrauch des Haushalts optimiert.
Nach der Umwandlung in Wechselstrom gibt es zwei Möglichkeiten:
Direkter Eigenverbrauch: Der erzeugte Strom wird sofort für Haushaltsgeräte, Heizungen oder Elektromobilität genutzt.
Einspeisung ins Netz: Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet.
Je nach Anlagengröße und Strombedarf kann ein Haushalt bis zu 70 % seines Energiebedarfs durch die eigene Solaranlage decken.
Um den Eigenverbrauch zu maximieren, lohnt sich die Integration eines Batteriespeichers.
Ein großer Nachteil von Photovoltaikanlagen ist die Abhängigkeit vom Tageslicht. Nachts und bei schlechtem Wetter wird kein Strom erzeugt. Hier kommen Solarbatterien ins Spiel. Sie speichern überschüssigen Strom und machen ihn zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar.
Moderne Lithium-Ionen-Speicher haben einen hohen Wirkungsgrad und können den Eigenverbrauch auf bis zu 80 % steigern. Dies reduziert die Abhängigkeit vom Netz und macht den Haushalt unabhängiger von steigenden Strompreisen.
Wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, wird dieser ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dies geschieht über einen Netzanschlusspunkt, der mit einem Zweirichtungszähler ausgestattet ist. Dieser misst sowohl den eingespeisten als auch den aus dem Netz bezogenen Strom.
Die Einspeisung wird in vielen Ländern durch eine Einspeisevergütung gefördert, sodass Betreiber einer PV-Anlage für ihren überschüssigen Strom eine finanzielle Vergütung erhalten.
Moderne Photovoltaikanlagen sind mit digitalen Monitoring-Systemen ausgestattet, die die Stromproduktion und den Verbrauch in Echtzeit analysieren. Diese Daten helfen, den Eigenverbrauch zu optimieren und mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen.
Viele Systeme sind mit Apps verbunden, sodass Anlagenbetreiber jederzeit einen Überblick über ihre Solarstromproduktion haben.
Der Weg des Solarstroms ist ein beeindruckender Prozess: Von der Sonnenstrahlung über die Umwandlung in Gleichstrom, die Optimierung durch den Wechselrichter, die Speicherung in Batterien bis hin zur Nutzung im Haushalt oder der Einspeisung ins Netz.
Durch moderne Technologie lässt sich der Solarstrom optimal nutzen und ermöglicht Haushalten eine nachhaltige und kosteneffiziente Energieversorgung.